Puperball 2010

Internationale Spezialitäten aus Uhldingen

 

Jo s'Schönst' isch für mi halt weit und breit Uhldinge i de Fasnetzeit“: Der „Puperball“ im „Haus des Gastes“ bestätigte einmal mehr die letzten Zeilen der ersten Strophe des „Unteruhldinger Fasnetlieds“. Ein buntes Volk saß im Saal und wurde von noch bunteren Beiträgen auf der Bühne aufgemischt und mächtig in Stimmung gebracht.

Sabine Steier im Gewand der Oberhexe begrüßte „von oben willkommen unten im Saal“ Schultes Edgar mit Frau, „die Gemeinderäte hinter und vor mir“, verdiente Pupermitglieder sowie das Präsidiumsmitglied des Alemannischen Narrenringes (ANR), Fridolin Aierstock.

Der „Narresome“ legte gleich mit der Motorsäge Hand an den Narrenbaum. Diese Arbeit der Zimmermannsgilde hätte eigentlich eine längere Fasnet verdient. Rasch war er von der Vertikalen in die Horizontale umgesägt. Mit dem Schuhplattler „Wir sind die lustigen Holzhackerbuam“ feierten die elf jungen Leute mit Filzhut und Edelweiß-Hosenträgern ihren Erfolg.

Erfolgreich führten die Pupermädels als Premiere mit dem Nudelholz eine kostenneutrale Abspeckkur für Frauen jeglicher Berufe vor: „Rolle, rolle weg unsern Wirtschaftswunderspeck. Rolle ohne Pause nur, das ist gut für die Figur.“ Eine Augenweide war der Auftritt der „Tanzgarde Weildorf“ in Tüllröckchen, gelbem Oberteil, weißen Wadenstulpen und Handschuhen. Vier Crazy Fledermäuse, rot und schwarz gepunktet, führten nostalgisch-gekonnt Rock'n'Roll vor.

Den Eff-Zett-Buabe in ihrem jugendlich-übermütigen Trotzalter war die per Vertrag in Aussicht gestellte Bedienungsarbeit beim nächsten Puperball doch zu heiß: Sie führten kurz entschlossen und geschminkt lieber als FC Ghana – Black Stars Ghana – („Nananana, heiheihei, FC Ghana“), dem Gegner bei der Fußball-WM in Südafrika, mit ihrem Nationalcoach ein Foulspiel der Deutschen, einen Siegesjubel und ihre Nationalhymne vor.

Am lautesten zugejubelt im Saal aber wurde dem exzellent auftretenden „Stars and Stripes“ Elfer-Ballett in blond gelockten Strähnen und neckischem Röckchen-Outfit. Keine Anstrengungen wurden gescheut für gewagtes Radschlagen und für graziöse Spreiz-Sitzübungen.

Unteruhldingen ist international, wenn im Hafen beim „fast schönsten Hafenmeister“ die Schiffe aus der Schweiz und Österreich anlanden. Selbst die Hundemarke für die erhöhte Hundesteuer könnte auf der Bank als ruhender Pol vergessen werden: „Manche denket halt einfach it soviel, die dunt lieber schreiben.“ Um diese Internationalität zu erhalten, müsse statt „In der Dole“ in Mühlhofen „in die Mole“ in Unteruhldingen investiert werden. Die Frauen-„Ersatznummer“ für die „Eff-Zett-Buabe“ geriet zur geifernden Schlacht bis doch gewissen Gemeinsamkeiten von Engel und Teufel und um die „Buabe“: „Der Himmel, der muss sauber bliebe.“

Claudia Grund zelebrierte mit Luzia den „Frauenkaffee live“ beim Male mit dem Badnerlied als Auftakt. Das schönste Dorf mag zwar das Oberdorf sein, beim Frauenkaffee gelten andere, einsehbare Schönheitsmaßstäbe. Der Waldweg sei toll saniert, „i denk bis uf e Stück vom Wenk.“ Was gibt den Frauen Kraft? Die roten Schorle, die in allen Lebenslagen helfen. Das Trio Claudia, Luzia und Male sangen das Loblied darauf. Das angeregt-heitere Publikum applaudierte den Fasnetakteuren der „Puper“ mit ihrer Oberhexe – vor und hinter der Bühne.